Das mysteriöse Ableben der Änni Soersteen

Meine Großmutter war gesund. Vollkommen gesund.

Und sie konnte alles. Und sie wäre auch im sprichwörtlichen Hühnerstall Motorrad gefahren. Der Hühnerstall war direkt beim Nachbarn, und ich hätte ihr nur meine getunte SR 500 ausleihen müssen. Sie hätte auch das hinbekommen.

Bei Schnee und Glatteis Autofahren. Dabei so scharf rechts, dass regelmäßig unvorsichtige Fußgänger gestreift wurden.

Sie konnte Pullover stricken, als seien sie direkt von Ipuri oder Boss.

Sie bebaute einen kompletten Gemüse-Salat-und Obstgarten, so dass wir die meiste Zeit des Jahres so gut wie nichts Pflanzliches kaufen mussten.

Wahrscheinlich hätte sie, wenn die Familie es zugelasssen hätte, auch noch Schweine und Kühe in der Neubausiedlung gehalten.

Meine Oma aß auch gut und gerne. Kochte wie ein Weltmeister . Sie ging Alpenwandern, sie döste in der Sonne, lachte sich beim Fernsehen stundenlang kaputt. schlief , wenn ansonsten nichts anstand, bis elf Uhr. Aber eigentlich stand immer irgend etwas an. Und so rumpelte sie meist um sechse schon durch Treppenhaus. ZumÄrger ihres geräuschempfindlichen Schwiegersohnes.

Sie hielt sich alle, manchmal mit Geld protzenden, Verehrer vom Leib, sie nahm keine Medikamente, gegen was auch, … sie trank nicht, außer genügend Wasser und ab und zu ein Weinchen oder Likörchen .

Gut. … Sie verstand keine ironischen Witze. Auch wenn wir sie ihr mit aller Mühe und Sorgfalt nochmals erklärten.

Aber das kann ja nicht tödlich sein.

Dennoch.

Eines Tages war sie gestorben.

Vorher sah sie noch Boris Becker Wimbledon gewinnen (und sie war überzeugt, wenn SIE ihm nicht die Daumen gedrückt hätte, hätte er NIE gewonnen). Sie scheuchte alle Familienmitglieder im Haus herum , damit sie neue Illustrierten , Plätzchen und Likör bekam und war auch liegend bester Laune.

Der Hauarzt konnte nie etwas finden.

Seine vorsichtige Bemerkung, sie müsse doch nun allmählich an „Altersschwäche“ leiden, wurde von versammelter Familie inclusive Oma mit höhnischem Lachen quittert.
Sie strahlte Zuversicht, Freude, Energie, Herzenswärme aus .

Warum, … warum also, und vor allem: Woran ist sie gestorben ?

Sie hatte auch früher selten irgendwelche Gebrechen oder Krankheiten gehabt.

Einmal ist sie im Schwimmbad ausgerutscht und hat sich eine Rippe gebrochen.
Hat es sich selbst bandagiert und mit Schnapseinreibung kuriert. Keiner hats gemerkt. Verschämt hat sie´s am Ostersonntag erzählt

Heiße Kochtöpfe konnte sie mit bloßen Händen anfassen. Bremsen, Wespen, Hornissen, Giftschlangen, scharfe Hunde, machten einen großen Bogen um die Oma,weil sie merkten: Keine Chance hier irgendwelchen Stress zu machen.

Während des zweiten Weltkrieges war sie mal als junges Mädchen mit Freundinnen im Wald gewesen, Holz sammeln. Ein Trupp französischer Soldaten stöberte die Mädels auf.
Alle zitterten vor Angst . Meine Oma ging auf den Truppführer zu und schüttelte ihm die Hand. Zwei Wochen später schneiderte sie den Frauen oder Liebhaberinnen der Soldaten Kleider gegen gutes Geld.

Als Göring mal ins damals beste Restaurant am Platz, dem „Römischen Kaiser“, kam verweigerte sie ihm den Hitlergruß. Servierte stattdessen Spargel mit Butterkartoffeln. Und zufrieden wars dann, der Naziarsch.

Es gab nur eine Sache, die wir uns nie erklären konnten, und zu der auch die Oma keine Erklärung abgab:

Ab und zu sagte sie: „Oh, diese Nacht, die war wieder … .“

Und diesen Satz führte sie nie weiter.

Wenn irgendjemand nachhakte, entgegnete sie nur: “ Ach, nichts, … nichts. “

Ich war so an die 25 Jahre unterwegs gewesen als ich vorerst in meinen Heimatort zurückkehrte.

Die Dachwohnung ,die meine Oma bis vor 4 Jahren bewohnt hatte, war nun frei, und noch alles ziemlich so, wie sie es verlassen hatte.
Da ich nicht wusste, wie lange ich überhaupt hier bliebe, habe ich gar nicht erst renoviert, sondern nur die vielen Zierteller und den anderen Nippes von den Wänden und aus den Regalen abgeräum. Dann arrangierte ich mein zusammenklabaustertes Hab und Gut in der großzügig geschnittenen Dreizimmerwohnung.

Nach zwei Wochen hatte ich alles in meiner unnachahmlichen Art drapiert : Praktisch und sehr individuell.

Ikeabett ,Omas riesiges Sofa ,Omas selbsgeknüpfte Teppiche, 60 er Bartisch, halbzerfallene Kiefernholzplatte als Küchentisch ,ein unzerstörbarer Herd aus den dreißiger Jahren, Computer aus den frühen 90 ern , 80 er Stereoanlage ,Bücher ins schon eingebaute Regal, Kunstposter an die Wände, Motorradjacke mit den Autogrammen von JET THE BAND gut sichtbar im Flur drapiert, die 5 Gitarren an die Wand gehängt, Bierkasten in die Küche , … was eben ein Mann so braucht.

Vielleicht hätte ich streichen sollen, denn die Tapete machte die Räume etwas dunkel und kleiner. Und mein Geschmack war sie nun auch nicht.

Irgendwelche Ornamente.

Aber wenigstens ordentlich nebeneinander gereiht :
Gold-beige auf dunkelbraun im Wohn/Schlafzimmer , silbrig auf rot im kombinierten Arbeitszimmer und in der Küche etwas moderater , …
dunkelblaugrausilber auf hellgrau.

Ich beschloß, diese komischen Muster zu ignorieren solange ich hier weilte ; übte mich darin, einfach hindurchzusehen und mir dahinter azurblaues Meer oder ein Bergpanorama vorzustellen.
Ich zog ja eh sicher bald wieder aus .

Mit der Zeit aber wurden meine Versuche, einfach mal ins Leere zu schauen und den Blick entspannt zu lassen, schwieriger.

Immer wieder blieb ich doch an diesen Ornamenten hängen, mit ihren heftigen Farbgebungen und seltsamen Verzierungen.

Und nicht nur das. Sie veränderten sich allmählich:

Sie wurden zu modernden Resten seltsamer Pflanzen.

Dann Augen, … ich sah Augen.

Dann Köpfe,… Köpfe mit vier Augen und einem nach vorne gestülpten Trichtermund .

Schädel .

Skurril verzierte Knochenschädel aus einer Voodoowelt,von einem verrückten Medizinmann aufgemalte Ornamente um böse Geister zu vertreiben oder – herbeizurufen ?!

Aliens, eine Ahnenreihe von Aliens, … 20 auf 40 ordentlich neben-und untereinander,blutote, dunkelsilberne und kaltblaue Gasmaskenwesen von H R Giger.

Ein Wirrwarr von Geistern.

Die Köpfe der untoten Piraten aus ‚Fluch der Karibik‘.

Zombies, alle in Blut getränkt, stinkend.

Schrumpfköpfe starren mich an , im Wohnzimmer goldbeige eingefärbte tote Nasenaffengesichter in Nordasien deren schmuddeliges stinkendes Fell bizarre Muster wirft, Monster , Geister, Zombies, verwesende Söldner, untote brutale Piraten, peinlich geordnete aufgereihte Reliquien aus Totschlag , Mord und Pest,Horror,Splatter, Seuche, und Verderben. Stiegen auf aus einen stinkenden giftigen tödlichen Sumpf!

Die Höllen des Hieronimus Bosch ! Hr Gigers Monster ! Edgar Allen Poes schlimmste Halluzinationen !

In einer Vollmondnacht als diese Wände dann auch noch fahl und kalt erhellt werden, sass ichaufrecht im Bett. Schlaflos. Schwitzend. Keuchend.

Atembeklemmung, nackte Angst, die Kehle schnürte sich zu , rasender Puls.

Nun war es klar … außer Zweifel:

Meine Oma war an ihrer Tapete gestorben.

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letzte Nacht. oder .derivater RocknRoll

letzte Nacht

sah ich ein Bauernmädchen

Sie glitt über die Absperrung

letzte Nacht

sah ich ein Bauernmädchen

Sie war nackt

Sie glitt über die Absperrung

Sie parlierte mit dem heulenden Wolf

über homöopathische Heilungen

wilderness notes

wilderness notes
where is the daring
adventurous
glooming desireness

where is the will
to be pleasuress
willow to wilderness

in between afternoontide
and breaking of night
morning glory hole time

are you still carrying
switch button switch
do you still know
how to deal the right scale

do you remember
the silence between
the lovestorm that would
take us away
and catch us for seven
nights seven days

in the attic
we found our selfs
exploring the hideaway
off from a cold war world

where is the peace in your mind
the say ‚yes, give me sweet
rocknroll‘ now
caress me my babe
touch me firm soft, warm

hard or tender, I don’t care
if I be slender or gross
after what we have found:

an island.

do you still have

some navigation notes ?

Armut

Das Fenster schließen

manischer Verkehrslärm transformiert
wird Ozeanrauschen.

Zwei Hände kalten groben Wassers
springen mich an.
Wachwerden macht Winterwind ins Segel,

 treibt mich an einen weiteren Ort im Bau hoch über noch dösenden Platanen.

Schwarz pulvrig staubig
weht Wildtiersteppe aus der Dose
bleibt nicht lange Staub
unter einem heissem Regen.

Der Kaffee wird auch ohne unerwartete Besuche nicht bis zum Monatsende reichen.

Hartes Brot ist keine Metaphorik
sondern hartes Brot.
Doch im fruehen Tagtraum ist hier nun Hinterhof Paris Boulanger 
Paris 1920 herübergerettet auf heute Grosstadt halb neun.

 Butter noch für drei Tage.

Tageslicht eisblau
ist weit genug entfernt
von der Hand die ruht um eine
schöne saubre bunte Tasse
auf dem Holz
das  längst abgeschliffen werden müsste.

          Kurzes Kopfrechnen                        1 Euro 33 noch pro Tag                           schon vergessen.

Erster Schluck
vertreibt graue Wolken.
Weiterer bringt sanfte Glut
in die Adern in die Seele.

Zuviel Geld
wäre nun
nur Lärm und Dreck.

Die D´s

Die D´s

Die D´s sind nicht einschätzbar.

Sie zeigen nicht was sie denken.
Sie bewegen sich in einem Feld des Mimikry.
Das Erfüllen von Konventionen und gespürten oder spekulierten Erwartungen.
Das Übernehmen von Codes und Chiffren.
Sie halten das wirkliche ´Meinen´ und Wollen hinter einer dicken Fassade.
Dahinter gelangt nur, wer provoziert und über die Grenze tritt.
Dieser ist dann der Schuldige .
So gelingt es den D´s, ihr Selbst herauszuhalten und die Angst vor Wahrhaftigkeit und Authentizität auf jemanden gegenzuprojizieren, der/die von aussen kommt.
… Zu externalisieren und den zu verletzen der eine Ehrlichkeit, Authentizität möchte.
So sind die D´s.

Hausfrauendasein, Schamhaare und Stahlnadeln. Die Künstlerin Anja Heymann

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ANJA HEYMANN

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Ich treffe die Künstlerin Anja Heymann nach etlichen Jahren wieder.
Wir hatten uns in Bremen kennengelernt und nun haben wir uns – 15 Jahre später – in Leipzig, in Cheryls Cafe´verabredet.
Ihre Aufmerksamkeit wird sofort von der gelungenen Einrichtung eingefangen, und sie beschreibt mir, wie die eigenwillig gestalteten Wände dort auf sie wirken.

Daß sie eine Vollblutkünstlerin geworden ist, war eventuell absehbar.
Abschluss an der Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig .

Ein zweites Treffen findet dann in der Leipziger Familienwohnung statt.
Wer nun eine durchgestylte postmoderne oder irgendwie affektiert eingerichtete Küsntlerinnenwohnburg erwartet, wird ..enttäuscht oder .. positiv überrrascht ?
Eine schöne Familiensiedlung wie sie in den dreissiger Jahren an Architekten ausgeschrieben wurden. Ein-zwei Treppen hoch und durch die klassische, schwere Holztüre und ein Regal voller Kinderschuhe flankiert den Flur. Es ist gemütlich-modern und – wie solle es anders sein bei einer fünfköpfigen Familie- ein Hybrid aus Ordnung und Chaos.
Dennoch ist zu erkennen daß hier auch gestaltet wurde um ein schönes individuelles Heim, ein Nest zu bauen.

Eine Identität der Künstlerin ist Hausfrau und Mutter sowie Lebenspartnerin eines Mannes der Vollzeit und in guter Position arbeitet.
Genau diese Identität mit ihren Spannungen, Konflikten, Reichtümern und gesellschaftlichen Erwartungen spiegelt sich in Anja Heymanns Objelten und Arbeiten wieder.
Es begann mit Kurzfilmen zu Gedichten ihres Bruders , es folgten laute, heftige Trashfilme und objekthafte Kurzfilme über die Arbeitsprozesse an weiteren Arbeiten die zb währends des Studiums entstanden.

Zentrale und intensive bis obsessive Thematik entwickelte Anja über die Stofflichkeit und Materialien : Haar, Perücken, Schamhaare, Kopfhaare, Alliterationen zu Fellen in der Mode und von Grosswildthrophäen .
Aber ersteinmal gibt es einen Latte Macchiato aus der sehr gut ausgestatteten Küche . Ein Knallroter 50´s Bauknecht-Kühlschrank dominiert wohltuend den Raum.
So bedächtig und sinnenhaft die Künstlerin wirkt, umso schärfer und provokativ konsequenter geht sie an ihre Kunst heran. Mancher würde eine spröde, auf Krawall gebürstete Emanze mit avantgardistischer Attitüde erwarten.
Anja Heymann ist in der Tat .. in der künstlerischen Tat und in ihrer Einstellung tatsächlich Feministin.
Was für sie aber mitnichten bedeutet, daß sie die Rolle der Hausfrau, Mutter und Ehefrau ablehnen würde. Im Gegenteil , sie nimmt sie vollends an, lässt sich aber keinesfalls auf die Uniformierung und gesellschaftlich verformte Androidenform mit Namen Frau/Mutter reduzieren.

Genau aus dieser Spannung und Inititierung heraus kommt die starke Kraft der Werke .
Aus der Reibung und den Konflikten die diese Rolle mit sich bringt. Auch aus den Frustrationsmomenten.

Man nähere sich dem grössten Objekt… dem Bären auf einem Sockel in einer Vitrine.

Ein ausgebreitetes, in Falten geworfenes Fell aus – sage und schreibe 340 – Tausend Nadeln.

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Mir drängt sich die Vorstellung aus, daß diese Sysiphos-Arbeit nur mit der Einstellung eines Zen-Mönches zu bewerkstelligen ist.
Wie schaftt das eine Frau die voll in Familie UND in Studium eingebunden ist ?

Anja Heymann schnekt sich den zweiten Latte Macchiato ein und konstatiert hanseatisch trocken und prägnant: „Mit Quälerei, Obsession , Narben und blutigen Fingern.“
„Tatsächlich sehen die Haar-Wort-Arbeiten aus wie Narben, die nicht still bleiben wollten und Worte formen mussten: Sohn, Mutter, Tochter.

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„Ich sah mich auch schon bei den kleinenen , hinführenden Objekten bis hin zum Fuchs in dem Druck, nun auch meine Leistung zu bringen , meinen Status zu sichern und etwas vorzuweisen.
Ha.. und siehst du ..es sind Trophäen so wie sie Grosswildjäger der patriarchischen Männermachowelt stolz präsentieren.
Und ich habe sie für mich besetzt , mir zu eigen gemacht … als Frau.“

Ich weihe Anja ein, daß mir auch sexuelle Assoziationen zu den Arbeiten einfallen.
“ Ja , sicher .. was ich aber beabsichtige, ist die Loslösung von Sexualität von den Geschlechtern und von der Handlung und dem Hype um Sex.
… hast du eigentlich Hunger ? Willst du ein Wurstbrot …oder noch einen Capuccino ? … .“

Zwischen der telefonischen Koordination der Kindergartenabholung für die Tochter und dem Empfangen des Sohnes, der gerade aus der Schule gekommen ist, führt die Künstlerin weiter aus :

“ Ich habe Schamhaare gesammelt,…

„Von wem denn ? „

“ Ha ! , … das sage ich nicht … das ist auch nicht wichtig… . Also, … ich habe sie gesammelt und in Kunstharzblöcke gegossen. …
So, hier schau mal im Regal … kannst du erkennen was das einmal war ? „
Ich gebe zu, daß es alles mögliche ausser Schamahaare sein könnte.
Jedoch eindeutig etwas, was ich unter dem Begriff `Anima´ zusammenfassen würde … wie auch bei den meisten anderen Arbeiten.
Also ist diese Transformation genial gelungen.

Ein Tierfell aus hunderttausenden Stahlnadeln ist eine eigene, neue Manifestation einer Grundenergie, eines allgegenwärtigen konfrontativen Themas.
Diese Objekte stehen für sich und es ist kaum möglich sich dem Eigenleben zu verschliessen.
Warum sonst möchte man Kunst ? Damit sie einen Nerv trifft, damit sie arbeitet in einem, wandert, durch Bewusstsein und Unterbewusstsein, weil lebt, provoziert und auch etwas gibt.

Wir kommen auch, während wir uns in der Mischung aus Wohnzimmer, Kinderspielplatz und Büro, einen Platz in den Ikea-Sesseln suchen, zu sprechen auf die handwerkliche und kunst-fachliche Qualität, die eine notwendige Bedingung für Kunst ist , oder sein sollte.

Was – und da sind wir uns einig- in der jungen Leipziger Kunstszene nun doch oft wirklich nicht vorhanden ist. In der es sich viele einfach machen, oder schlichtweg nicht wissen, was sei wollen. Von Ausnahmen abgesehen.

„Weisst du, ich regelte hier Familie, Haushalt und hatte mich dazu noch hundertprozentig in das Kunststudium begeben und mir harte Arbeit abgerungen, bin an die Grenze gegangen, manchmal auch darüber, bis es wehgetan hat,..konkret und körperlich,… . Ich habe mich erstens intensiv mit diesen Dingen auseinandergestetzt und zweitens mir das handwerkliche richtig angeeignet.

Ich entgegne:
“ Und auf der Karl Heine – Strasse stellt eine Absolventin drei Pappschilder auf, sprüht per Schablone ein orangenes Muster drauf und lehnt es an die Mauer.
Setzt sich dann selbstzufrieden mit ihren Kumpels daneben und kommt sich grandios vor . „

„Tatsächlich,… ist das so passiert ? „

„Ist es ! „

„OK , … , … nicht meins kann ich nur sagen. … Willst du noch einen Latte-Macchiato ?
Ich bin süchtig nach Latte Macchiato.“

„Und,..wie gehts weiter, was hast du vor mit deiner Kunst ? „

“ Der Bär ist schon lange fertig, … 240.000 Nadeln. … Ich brauche eine Ausstellung.
– Sie wischt sich den Milchstrich von der Oberlippe.-

Der Bär muss raus !“
Essay / Interview: Maris Hoffmann bernardschreibt.wordpress.com, Leipzig, Germany , fotos: Anja Heymann, Moritz Hoffmann M-Art Fotografie und Grafik
all rights reserved: Anja Heymann, Maris Hoffmann

niatSane

went into a field
of stains, all from the past
the crow called:
“ don´t repeat your faults „

after those hot, dirty days
the morning: cool, grey-blue,
in sweet late-summer rain :
perfect

after all this bad pollution
today
the air is clean

unexpectedly
the city: calm

strange, and alarming
how addicted
them all are
to outside constitutions

goin´out of the field
into the inner center
which never can be healed –
because it is
naturally sane


 

proposed music to the poem: salisbury hill / peter gabriel